Erzähl doch mal

Katharina (28 Jahre, 3 Kinder)

Wie bist du zu deiner Hausgeburt, somit zu dieser Entscheidung gekommen?

Ein langer Weg. Vor der Geburt meiner ersten Tochter habe ich bei einem Kreissaal-Praktikum beschlossen nicht klinisch sondern ausserklinisch mit ausschließlicher Hebammen-Begleitung zu entbinden, sollte ich mal ein Kind bekommen. Bei meiner ersten Tochter wurde das dann aber nichts aus bestimmten zwischenmenschlichen Gründen :-) ich war zu jung, um meinen Kopf durchzusetzen und zu uninformiert, um Fakten zu kennen die mich stärken. Beim zweiten schwanger-sein wusste ich dann was ich will und habe es einfach durchgesetzt ohne groß nach links und rechts zu gucken.

Wer oder was hat dich dabei unterstützt?

Meine Hebammen, mein Mann, Freunde.

Hattest du Widerstände, wenn ja, welche und wie bist du damit umgegangen?

Mh erst wollt ich schreiben: ne keine Widerstände weil es mir in der Rückschau recht einfach vorkommt so seinen weg zu gehen, aber natürlich gab es Widerstände. Meine Gynäkologin zb. die war nicht begeistert und hat mit mir ein bisschen rumgestritten. Und meine Familie fand das auch schräg. Einem Familienmitglied (ein sehr schulmedizinisch eingestellter Kinderarzt) habe ich von dem plan nicht erzählt und erst nach der Geburt hat er davon erfahren wo die Kinder geboren sind. Er war geschockt und fasziniert gleichzeitig glaube ich. Ich bin den meisten Widerständen aus dem Weg gegangen, indem ich mich einfach nicht mit ihnen beschäftigt habe.

Wie hast du deine Schwangerschaft und Geburt erlebt?

Schön. Einfach so schön wie möglich ist mein Gefühl dazu. Respektvoll, intim, geschützt, begleitet. Ich fühlte mich sicher und hochgradig kompetent versorgt mit allem was ich brauchte. Ein wunderbares Gefühl.
Ich hatte nur noch schwanger zu sein und die Geburt zu beackern. Und das alles da wo ich mich am wohlsten fühle. Luxuriös.

Was würdest du beim nächsten mal anders machen?

Probebaden im Pool und die Calendula- Essenz -Eiswürfel nicht vergessen :-)

Was wünscht du dir für das Thema Hausgeburt in Zukunft?

Gesamtgesellschaftlich? Alles! Und zwar bitte sofort! Bessere Gehälter für Hebammen, höhere, angemessene Anerkennung für Hebammen und Hausgeburts-Mütter, eine echte Entscheidungsfreiheit für alle Frauen, die interessiert sind an ausserklinischen Geburten, flächendeckende gut geschriebene und vor allem sachliche Informationen über das Thema für Schwangere. Aber allem voran wünsche ich mir tatsächlich bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen, damit Hausgeburts-Hebammen nicht aussterben.

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